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Something wicked this way comes

Dieses Jahr werde ich wahrscheinlich als das Jahr der unheimlichen Vorkommnisse in Erinnerung behalten. – Oder das geht jetzt lustig so weiter, weil ich in das Alter komme, in dem Frauen “esoterisch” werden. Dieser Gedanke beunruhigt mich ehrlich gesagt schon seit einer Weile, weil es in dem Umfeld einiges Gedankengut gibt, das ich wirklich lächerlich finde. Doch manches andere, das meine Eltern früher (und ich heute) mit einer allzu lebhaften Fantasie erklärten und das liebe Freunde mit “your mind is too open, your brain will fall out” kommentieren, mag ich nicht ausschließen.

In diesem Jahr hat sich besagtes irrationales Loch in meinem Kopf scheinbar vergrößert. Ein Schlüsselerlebnis im Frühsommer habe ich hier bereits erwähnt, und das war so real, dass ich es nicht einmal vor mir selbst leugnen kann. Was ich liebend gern täte, denn ich scheue mich nach wie vor, es zu beschreiben, so blöd käme ich mir vor. Mein anderes Ich zeigt dabei mit dem Finger auf mich und krümmt sich vor Lachen. Es gab aber noch ein paar andere, kleinere Begebenheiten. Und diese Woche haben mich zwei Fotos beschäftigt, die ich am “Spukhaus” aufgenommen habe, als es so herrlich neblig war.

Ich hatte eigentlich nur gehofft, das Haus dank des Nebels in noch etwas düsterer Atmosphäre ablichten zu können als gewohnt. Leider war der Nebel bereits verflogen, als ich ankam. Trotzdem bin ich einmal um das Gebäude herum gegangen, um es mir genauer anzusehen. Normalerweise ist es ist dunkel oder ich habe keine Zeit, wenn ich dort vorbei komme. Von Kollegen wusste ich ungefähr, wie es im Inneren aussieht (und dass es im Untergeschoss gruselige Puppen gibt), aber ich wollte endlich einmal selbst durch die Fenster schauen.

Von der Hintertreppe aus kann man in die Küche gucken und ein Stück in den Hausflur. Es sieht im Grunde aus wie in jedem lange verlassenen Haus. Banales Zeug steht und liegt herum, eine Tube Fensterkitt, ein Schraubenzieher, ein paar alte, verstaubte Lampen, die wohl nicht hübsch genug zum Mitnehmen oder Klauen waren. Nichts, was man fotografieren würde. Ich erinnere mich, dass ich einen Moment dachte, aus dem Augenwinkel einen Nebelfetzen zu sehen, der an der Stelle(im Haus) keinen Sinn gemacht hätte, aber das war wahrscheinlich ein Stück Gardine, eine Spiegelung im offen stehenden Fenster, meine inzwischen manchmal erschreckend schlechten Augen, was auch immer. Die Atmosphäre war kein bisschen gruselig oder sonstwas. Es war taghell, und was man sah, war banal, öde und sachlich. Ich war weit von einer “ohgott, es spukt!”-Stimmung entfernt und habe keinen weiteren Gedanken daran verschwendet. Es fiel mir erst später wieder ein.

Durch andere Fenster konnte ich mangels Körpergröße nicht sehen, aber ich habe mich an einer Stelle, an der eine Scheibe fehlte, auf die Zehenspitzen gestellt und die Kamera hoch über meinen Kopf gehalten, um quasi “um die Ecke” sehen zu können. Doch der anschließende Blick aufs Display zeigte auch hier nichts Besonderes, also habe ich es aufgegeben und bin meines Weges gegangen.

Als ich später zuhause die Fotos auf den Rechner importiert habe, hätte ich die beiden über-Kopf-Bilder beinahe direkt gelöscht, weil sie einfach nur einen schäbigen, vollkommen reizlosen Raum zeigten. Auf den zweiten Blick entdeckte ich dann etwas, das ich erst für Blendenflecke hielt. Oder Tropfen oder Schmutz auf der Linse. In den Fotos ist aber keine Lichtquelle, und auf den übrigen Bildern gibt es keine ähnlichen Flecken.

Ich habe dann angefangen zu messen und zu rechnen, wo die Flecken auf den beiden Bildern waren, unter Berücksichtigung des leicht veränderten Aufnahmewinkels. Dass etwas auf der Linse war, kann ich ausschließen. Und die fraglichen Gebilde haben ihre Position innerhalb des Raumes in den den Millisekunden zwischen den beiden Aufnahmen verändert. Ich habe mit der Bildbearbeitung herumgespielt, mit Kontrasten, Vergrößerungen, Farbsättigungen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Ergebnislos.

Bei Gelegenheit werde ich einen Fotografen nach seiner Meinung fragen. In der Zwischenzeit meide ich das Haus wieder. Außerdem ist ja auch bald Halloween, und die Sommerzeit endet, was viele Wege durch den dunklen Wald bedeutet. Ich werde mich also noch mehr als genug Gruseln können.

 

 

 

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