Fiction

Fiction

is my addiction.

Tarot

Wer mag, bekommt von mir eine kostenlose und völlig unverbindliche Kartendeutung per Mail. Innerhalb von 24 Stunden.

...mehr?
Entdeckungen

Entdeckungen

Not all those who wander are lost.

...mehr?

Grimoire

Leine/n los

Wenn ich darüber nachdenke, dass ich über drei Jahre gebraucht habe, bevor ich dem Unausweichlichen nachgegeben habe, wundere ich mich schon. Obwohl es typisch ist. Ich erinnere mich natürlich noch ganz genau, warum ich dagegen angekämpft habe. Die vielen rationalen und auch die wenigen, aber umso schlagkräftigeren, irrationalen Gründe. Ich tue mich extrem schwer mit dem “Weitergehen”, immer schon.

Dass ich es diesmal doch getan habe, ist vielleicht eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens. Die Essenz des Lebens. Logisch, klar, jetzt weiß ich es auch. An den beiden Tagen zwischen meiner Entscheidung für diesen Hund und ihrer Abholung hatte ich einen regelrechten Nervenzusammenbruch und habe ich mir die Seele aus dem Leib gekotzt. Vor Angst, einen riesigen Fehler zu machen. Etwas “Falsches” zu tun. Was auch immer. Dabei war es die beste Entscheidung ever.

Und nun, ein paar Wochen und zugegebenermaßen einige Kämpfe später, lerne ich auch eine andere wichtige Form des “Loslassens” mühsam neu. Überall wird gewarnt, einen Hund mit Huskygenen jemals von der Leine zu lassen. Der Jagdtrieb. Der Ungehorsam. Das berüchtigte “Du kannst mich mal” der “primitive breeds”. Und es stimmt, dieser Hund ist in jeder Hinsicht vollkommen anders als Dalia – stur, eigensinnig und kein bisschen futtermotiviert, so sich das Training schwierig gestaltet.

Aber andererseits zeigt sich eben auch, dass noch irgendetwas anderes als Husky in ihr steckt. Und dass sie wohl niemals huskygerecht gehalten wurde. Begegnungen mit Katzen, Hasen, Rehen, sogar Eichhörnchen lösen kein Jagdverhalten aus, jedenfalls nicht sofort. Stattdessen erstarrt dieser Hund zur Salzsäure. Lange genug, um rechtzeitig auf die Schleppleine zu treten. Das wird sich vielleicht noch ändern (und Hühner werden vermutlich schon ganz bald ein Problem), aber im Moment gehe ich an strategisch günstigen Stellen (oder wenn potenzielle Spielgefährten auftauchen) ab und zu das Risiko ein und mache die Leine los.

Es bleibt ein mulmiges Gefühl. Doch es ist so offensichtlich, wie sie dann aufblüht. Nicht nur in den leinenlosen Phasen selbst, sondern noch lange danach. Es erinnert mich daran, auch mir selbst öfter mal die Leine abzunehmen, so banal das klingt.

 

Comments are closed.