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Entdeckungen

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Not all those who wander are lost.

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I ain’t got no love for any other one

Dass ich einen soft spot für die Crispies habe, ist kein Geheimnis. Ich schäme mich kein bisschen für meine Neigung zu Musik, Filmen, Serien oder Büchern, für die ich eigentlich zu alt bin. Mit den Crispies ist es aber eine spezielle Geschichte. Bewusstes Interesse kam mit Lost My Phone. Das klang gut, also guckte ich mir das Video an. Ach, das ist ja im Kunstgewölbe Wien! Und dann entdeckte ich, dass noch ein anderer Titel, der mir gefiel, aber völlig anders klang, von derselben Band stammte. Und der Clip dazu schleudete mir triggerartig böseste Erinnerungen aus meiner übelsten Zeit in Ugly Vienna um die Ohren.

Meine unmittelbare Nachbarschaft zum Wohnpark Alt Erlaa habe ich lange erfolgreich verdrängt. Und da waren sie plötzlich wieder, diese furchtbaren Bauten, die andere ganz fantastisch finden (aufgrund des von außen nicht sichtbaren Wohnkonzepts). Ihr täglicher Anblick über fast ein Jahr hat mich mit Grausen erfüllt und ist sicher mitverantwortlich für meine Wien-Aversion. Immer noch betrachte ich Alt Erlaa und das, was man im Crispies-Clip sieht, als das wahre, heutige Wien. Was ich nicht grundsätzlich schlecht finde, denn es erinnert mich an William Gibsons Sprawls. Sehr weit entfernt vom populären Image der Stadt, aber auch ein Nährboden für notgedrungene Kreativität, echter als jeder polierte Mainstream. Doch selbst davon umgeben zu sein, wäre ein Albtraum für mich.

Vielleicht ist der Gedanke daran auch der Grund, warum ich mich für das Landleben entschieden habe. Hier kann ich – aus sicherer Entfernung – Blicke in die Realität heutiger junger Menschen werfen. Ich schaue, seit ich die Crispies kenne, auch ab und an in den Instagram-Account von Fräulein Superfertig. Was zwischen den kaputten Selfies und ihren Fashionshootings liegen mag, ist mir ein Mysterium, aber in jedem Fall eine bemerkenswert weite Welt. Eine Art Retro-Dystopie. Und es wird mir wieder deutlich bewusst, dass ich sehr, sehr oft blind bin für Dinge, die alle anderen sehen.

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